Korridorsanierungen der Bahn: Welche Strecken bis 2031 gesperrt werden
· Redaktion
Bund und Bahn strecken das Sanierungsprogramm: 13 statt 21 Korridore bis 2031. Der Überblick, welche Strecken wann dran sind und was im Dezember fertig werden soll.
Die Bahn saniert ihre wichtigsten Strecken weiter in langen Sperrpausen, aber langsamer als bisher geplant. Für die Jahre 2027 bis 2031 sind 13 statt 21 Korridorsanierungen vorgesehen. Das haben das Bundesverkehrsministerium und die DB InfraGO am 9. Oktober 2026 in einer gemeinsamen Pressemitteilung bekannt gegeben. Gestrichen werde nichts, die übrigen Vorhaben würden verschoben.
Die Mitteilung nennt selbst keine Flughäfen oder Flughafenbahnhöfe. Sie zeigt aber, auf welchen Strecken in welchem Jahr eine Korridorsanierung geplant ist.
Welche Strecke ist wann dran?
| Jahr | Korridor |
|---|---|
| 2027 | Lehrte–Berlin (seit Oktober 2026 im Bau), Rosenheim–Salzburg, Fulda–Hanau |
| 2028 | Köln–Koblenz, München–Rosenheim (1. Etappe), Hagen–Unna–Hamm, Lübeck–Hamburg |
| 2029 | Hamburg–Hannover, Würzburg–Ansbach–Treuchtlingen, Aachen–Köln |
| 2030 | Stendal–Magdeburg, Uelzen–Stendal |
| 2031 | Lehrte–Groß Gleidingen, München–Rosenheim (2. Etappe) |
München–Rosenheim taucht in zwei Etappen auf. Wie lange die einzelnen Strecken gesperrt sein werden, steht nicht in der Mitteilung. Die Reihung für die Zeit ab 2032 soll im kommenden Jahr folgen.
Was öffnet im Dezember 2026 wieder?
Zwei laufende Sanierungen sollen Mitte Dezember 2026 enden: Troisdorf–Wiesbaden, die rechte Rheinstrecke, und Obertraubling–Passau. Auf der Strecke am Rhein wird laut Bahn seit dem 10. Juli 2026 gebaut.
Künftig soll der Verkehr nach einer Sanierung stufenweise anlaufen. In der Regel fahren zuerst Güterzüge, Personenzüge folgen später. In den ersten Wochen sind nach Angaben von Ministerium und Bahn zusätzliche Fahrzeitreserven, Beschränkungen oder eine geringere Kapazität möglich. Außerdem wird neue Stellwerkstechnik bei den laufenden Vorhaben zum Teil erst nachträglich in Betrieb genommen. Dafür kündigt die Bahn kurze Sperrzeiten im Jahr 2027 an, die in die Fahrpläne eingearbeitet werden sollen.
Was läuft gerade?
Seit dem 2. Oktober 2026 wird zwischen Hannover und Berlin gebaut, die Arbeiten dauern bis Dezember 2027. Fernzüge fahren über Braunschweig und Magdeburg und brauchen rund 80 Minuten länger. Das hat die Bahn in einer eigenen Mitteilung zum Baustart erläutert. Ab Februar soll für den Güterverkehr ein zweiter Umleitungsweg bereitstehen.
Was soll sich beim Bauen ändern?
Ministerium und Bahn nennen fünf Punkte. Für Fahrgäste sind vor allem diese wichtig:
- Umleitungen: Die Ausweichstrecken sollen vorher gründlicher hergerichtet werden. Andere Baustellen werden verschoben oder angepasst, damit sie sich nicht in die Quere kommen.
- Drei Phasen: Vor-, Haupt- und Nachlaufphase sollen die eigentliche Sperrung entlasten.
- Digitale Technik: Das Zugsicherungssystem ETCS soll bei Korridorsanierungen grundsätzlich vorbereitet und ab Anfang der 2030er-Jahre direkt eingebaut werden.
- Versprechen: Eine sanierte Strecke soll möglichst bis zu zehn Jahre weitgehend frei von größeren Baustellen bleiben. Störungen durch die Infrastruktur sollen um 80 Prozent sinken, spätestens 100 Tage nach der Inbetriebnahme.
Als Beleg führt die Bahn bisherige Projekte an. Auf Nürnberg–Regensburg seien die infrastrukturbedingten Störungen seit dem Abschluss im Sommer um mehr als 90 Prozent zurückgegangen. Die Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn wird in der Mitteilung mit dem Satz zitiert, entscheidend sei auch, „wie wir bauen“.
Was heißt das für die Fahrt zum Flughafen?
Die Liste ersetzt keinen Fahrplan. Sie zeigt aber, in welchem Jahr auf welcher Strecke eine Korridorsanierung geplant ist. Wie du den Puffer berechnest, steht im Ratgeber Wie viel Zeit einplanen?. Wenn die Bahn ausfällt und du aufs Auto umsteigst, hilft der Überblick Parken am Flughafen. Aktuelle Sperrungen und Umwege sammeln wir im Forum Anreise.
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